Arbeitsbereich 2: Analyse normativer Grundorientierungen und ethischer Fragen

In diesem Arbeitsbereich nimmt das Team eine Analyse von Leitbildern vor und greift ethische Aspekte der Entwicklung von Waldvisionen auf.  Der Arbeitsbereich ist in zwei Arbeitspakete untergliedert, die in ein gemeinsames Arbeitspapier münden:

1. Arbeitspaket: Leitbildassessment

Leitbilder und Visionen beeinflussen künftige Entwicklungen, indem sie einen normativen, wünschbaren Zustand beschreiben, vor dessen Hintergrund heutige Entscheidungen und Weichenstellungen für die Zukunft gefällt werden. Mit dem Leitbild-Assessment sollen Leitbilder, Visionen, wünschbare Zukunftspfade und Zukunftsbilder von gesellschaftlichen Gruppen ermittelt, beschrieben und analysiert werden, die für die Entwicklung des Waldes und der Wald- und Landnutzung relevant sind. Außerdem werden Zielkonflikte im Hinblick auf Handlungsziele sowie unterschiedliche Bewertungskriterien aufgezeigt. Das Leitbild-Assessment geht von der Annahme aus, dass die längerfristige Wirtschaftsentwicklung weniger aus vorhandenen Trends weitergedacht werden kann, sondern stark durch heute vorhandene Leitbilder bestimmt wird. In den Leitbildern drücken sich zum einen die soziokulturellen Grundströmungen (Akzeptanz, Wünschbarkeit) und zum anderen der Gestaltungsanspruch von Wirtschaft und Gesellschaft aus.

Ziele

Das Leitbild-Assessment soll – ergänzend zur Trendanalyse – weitere Hinweise auf die zukünftige Entwicklung der Waldnutzung geben, gerade auch im Hinblick auf einen längeren Zeithorizont bis 2100.

Vorgehensweise

2. Arbeitspaket: Umwelt- und Diskursethik als Querschnittsfrage

Die verschiedenen Faktoren, die den Waldbau in Zukunft prägen werden, erscheinen im Horizont normativer Erwägungen nicht als neutrale Tatsachen, sondern als förderliche oder hemmende Kräfte bzw. Herausforderungen, die in eine Strategie der Wald- und Forstpolitik und in eine strategisch orientierte Instrumentenwahl für die Forstpolitik einbezogen werden müssen. Das Ethik-Gutachten versucht daher eine rationale Rechtfertigung von normativen Grundsätzen zur Waldbewirtschaftung vorzubringen. Es ist somit per se begründend.

Ziele

Ziel des Arbeitspaketes ist es, eine umfassende und systematische Expertise aus Sicht der Umweltethik zu verfassen, die der Szenarienbildung und dem Diskurs dient. Die diskursive Auseinandersetzung über unterschiedliche Leitbilder ist eine zentrale Aufgabe des Forschungsprojektes "Waldzukünfte 2100". Bezüglich dieser Aufgabe erfüllt das Ethikgutachten eine doppelte Funktion. Zum einen liefert es prozedurale Vorgaben für den Prozess der Szenarienbewertung. Zum anderen soll es eine inhaltliche Funktion erfüllen, indem es Kontroversen auslöst und den Argumentationsprozess anstößt.

Vorgehensweise

Ergebnisse

Ein integriertes Arbeitspapier aus den beiden Arbeitspaketen, das die unterschiedlichen Leitbilder und Visionenräume aufzeigt, Zielkonflikte im Hinblick auf Handlungsziele sowie unterschiedliche Bewertungskriterien beschreibt und ethische Dimensionen präzisiert.

Das Arbeitspapier soll im Rahmen des Gesamtprojektes folgende diskursfördernde Funktionen erfüllen:

Das Arbeitspapier fließt in Szenarienbildung ebenso ein, wie in den
Arbeitsbereich 5 (Policy Paper) und den Arbeitsbereich 6 (öffentlicher Diskurs).
 
Ansprechpartner
für das Leitbildassessment

Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) gGmbH Berlin

Siegfried Behrendt
Tel. +49 (0)30 – 80 30 88 10
s.behrendt@izt.de

Ansprechpartner
für die Umwelt- und Diskursethik

Professur für Umweltethik am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald

Prof. Dr. Konrad Ott
Tel. +49 (0)38 34 – 86 41 21
ott@uni-greifswald.de

 

Arbeitsbereich 1: Organisatorische und inhaltliche Vorbereitungen
Arbeitsbereich 2: Analyse normativer Grundorientierungen und ethischer Fragen
Arbeitsbereich 3: Vertiefende Analyse relevanter Zukunftsfelder
Arbeitsbereich 4: Szenarioprozess: Visionen 2100
Arbeitsbereich 5: Policy Paper
Arbeitsbereich 6: Diskurs und Dissemination
Arbeitsbereich 7: Öffentlichkeitsarbeit